Pohlheim mit Rückenwind

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Nach wie vor grüßen in der Handball-Oberliga die SG Kleenheim und die HSG Wetzlar U23 von der Tabellenspitze. Beide Mannschaften haben bislang 10:2 Punkte auf dem Konto, laufen aber Woche für Woche Gefahr, aus der unmittelbaren Spitzengruppe herausgekegelt zu werden. So gesehen werden beide die angehenden Aufgaben mit der gebotenen Konzentration angehen. Dabei hat Spitzenreiter SG Kleenheim am Samstag die HSG Wiesbaden, den aktuellen Tabellenelften, zu Gast, und in den hessischen Norden, zum TSV Vellmar, zieht es den Bundesliga-Nachwuchs der HSG Wetzlar. Im Tabellenmittelfeld sind die anderen drei heimischen Teams angesiedelt. So genießt die HSG Wettenberg am Samstag gegen Umstadt/Habitzheim Heimrecht, ebenfalls in eigener Halle kann der TV Hüttenberg U23 gegen die TSG Offenbach-Bürgel antreten, und mit dem frischen Wind eines deutlichen Sieges in Bürgel trifft die HSG Pohlheim in Holzheim auf die in die erweiterte Spitzengruppe vorgerückte ESG Gensungen/Felsberg.

TV Hüttenberg U23 – TSG Offenbach-Bürgel (Sa., 18 Uhr, Sporthalle Hüttenberg): Die so gut in die Saison gestarteten Hüttenberger rutschten nach zwei Niederlagen hintereinander auf den neunten Tabellenplatz ab. Besonders ärgerlich war das 27:28 am vergangenen Sonntag in Babenhausen, wo der TVH den 28. Gegentreffer praktisch in der Schlusssekunde hinnehmen musste. Gegen die Offenbacher, die ebenfalls zuletzt zweimal hintereinander verloren haben, will der TVH unbedingt in die Erfolgsspur zurück. Doch das wird alles andere als leicht werden, wie Trainer Alois Mráz auch wegen mehrerer Ausfälle vermutet. So wird Torben Werner wegen einer Schulterverletzung pausieren müssen. Jonas Cremers hatte sich eine Fußverletzung zugezogen und steht ebenso wenig zur Verfügung wie Julius Thrun, der nach einem Kreuzbandriss längere Zeit ausfallen wird. Außerdem wird Dennis Oberst nicht mehr für Hüttenberg auflaufen. Über die Hintergründe wollte der Trainer keine Angaben machen. Ergo greifen die Hüttenberger zum alten »Hausmittel«: Die Bundesligamannschaft der Jugend A muss dem Oberliga-Team unter die Arme greifen. Das A-Jugend-Spiel des TVH gegen Wiesbaden findet unmittelbar vor dem Oberliga-Spiel in derselben Halle statt; das macht dieses Vorhaben etwas einfacher. »Offenbach-Bürgel wirft immer viele Tore«, erklärte Mráz mit Blick auf die Partie am frühen Samstagabend und sieht daher seine Deckung sowie die Torhüter in besonderem Maße gefordert.

HSG Wettenberg – HSG Umstadt/Habitzheim (Sa., 20 Uhr, Gesamtschule Launsbach): Eine erfreuliche Meldung aus Wettenberg: »Wir sind (bisher) komplett, es gibt keine Verletzungen«, berichtete Trainer Axel Spandau. Allerdings kehrten die Wettenberger am Wochenende mit einer deutlichen Niederlage aus Gensungen zurück. »Wir suchen nach mehr Stabilität, um unseren Rhythmus zu finden«, beschreibt Spandau die aktuelle Situation bei seiner Mannschaft, »wir arbeiten geduldig daran.« Welche Fortschritte gemacht worden sind, können die heimischen Handballfreunde bewerten, wenn morgen Abend der ehemalige Drittligist Umstadt/Habitzheim in Launsbach vorstellen wird. »Das ist für mich der Topfavorit«, erklärte der Wettenberger Trainer. »Die Mannschaft verfügt über einen drittligaerfahrenen Kader, ist allerdings schlecht in die Saison gestartet.« Am Dienstag bezogen die Südhessen eine 26:29-Niederlage gegen Gensungen/Felsberg und werden sicherlich in Wettenberg Wiedergutmachung betreiben wollen. »Wir wollen zu Hause dem Favoriten kämpferisch wie taktisch die Stirn bieten«, hält Spandau dagegen.

Spitzenreiter mit Personalsorgen

HSG Pohlheim – ESG Gensungen/Felsberg (Sa., 20 Uhr, Sporthalle Holzheim): »Beide Mannschaften sind im Flow«, stellte Jens Dapper, Trainer der HSG Pohlheim, angesichts der kleinen Serie der Kontrahenten fest – Pohlheim zwei Siege hintereinander, Gensungen sogar drei. Der HSG-Coach hat höchsten Respekt vor der ESG und erwartet eine Partie auf Augenhöhe. »Die Mannschaft ist sehr gegenstoßorientiert«, weiß Dapper über den Gegner. Als »sehr wichtige Spieler« sieht der HSG-Coach die Gensunger Franco Rossel, Benedikt Hütt und Kreisläufer Christopher Koch an, wobei Letztgenannter ein ausgesprochen körperbetontes Spiel bevorzugt und nur schwer in den Griff zu kriegen ist. Ausfallen werden bei den Pohlheimern Dennis Weisel und Lucas Kammer. Ob der angeschlagene Thimo Wagner mitwirken kann, ist fraglich. Bei derzeit 6:4 Punkten kann die HSG Pohlheim mit einem Sieg in die erweiterte Spitzengruppe vorrücken.

SG Kleenheim – HSG Wiesbaden (Sa., 20 Uhr, Weidig-Halle Oberkleen): »Ich bin mit gemischten Gefühlen aus dem Spiel gegen Münster gegangen«, wirft SG-Trainer Johannes Wohlrab einen Blick zurück auf den 35:30-Erfolg seiner Mannschaft am Sonntag. »Auf der einen Seite steht eine gute Angriffsleistung, auf der anderen Seite, besonders in der zweiten Halbzeit, eine schwache Deckungsleistung.« Daher fordert der Coach: »Wir müssen es gegen Wiesbaden schaffen, über 60 Minuten in allen Variablen (Angriff, Abwehr, Gegenstoß und Sondersituationen) fokussiert zu bleiben und an unser Spiel zu glauben.« Wiesbaden habe zwar einen größeren Umbruch vor der Saison, berichtete Wohlrab, »besitzt aber »in Danic Seiwert, Jacob Kellner und Lorenz Engel hervorragende Spieler«. Die Kleenheimer wollen ihren Platz in der Spitzengruppe behaupten, werden aber auch gegen Wiesbaden auf Mark Weller und Torben Weinandt verzichten müssen. Fraglich ist der Einsatz von Tim Hanika und Cedrick Kollmann. Bei beiden hat Wohlrab Hoffnung, dass sie dabei sein werden. »Gegebenenfalls werde ich aus der zweiten Mannschaft auffüllen«, ergänzte der Coach.

TSV Vellmar – HSG Wetzlar U23 (So., 18 Uhr, Großsporthalle Mittelring): Der Wetzlarer Bundesliga-Nachwuchs steht in Nordhessen vor einer sehr hohen Hürde, auch wenn die Vellmarer mit 2:10 Punkten den vorletzten Platz bekleiden. Dass sich der TSV nicht im Tabellenkeller festsetzen möchte, wird der Rangzweite sicherlich zu spüren bekommen. »Im Angriff eine sehr starke Mannschaft«, berichtete HSG Trainer Andreas Klimpke. Mit 189 Toren haben die Vellmarer bislang die meisten Treffer aller 14 Oberligisten erzielt. Auf der anderen Seite: 217 Gegentore sind auch »Ligabestmarke«. Eine groß gewachsene 6:0-Abwehr«, weiß der HSG-Coach, »die wir in die Seitwärtsbewegung bringen müssen.« Dazu fordert der Coach: »Das Umschalten von Abwehr auf Angriff muss besser werden.« Im Heimspiel gegen Hünfeld hatte Klimpke »einige Schwankungen in der spielerischen Linie« ausgemacht, sieht außerdem bei der Chancenverwertung noch Besserungsbedarf. Immerhin: Ausfälle gibt es derzeit nicht. (Alsfelder Allgemeine Zeitung)